Welche NEUEN Fähigkeiten sind in der Zukunft gefragt? Als ich meine Sammlung abgeschlossen hatte, fragte ich mich „Was ist das Bild über diesen Mitarbeiter, das in meinem Kopf entsteht?“ und meine Antwort lautet „MacGyver!“

Der Abenteurer, dem es scheinbar nicht viel ausmacht, in ungewissen Situationen handlungs- und problemlösefähig zu bleiben. Der seine technische Kompetenz nutzt, um sich fokussiert und selbstorganisiert im Alltag zurecht zu finden. Auch neue Aufgaben geht er souverän und mit hoher technischer Kreativität an. Er arbeitet sehr eigenständig und bei Bedarf auch immer wieder mit anderen zusammen, die er für sich und sein Vorgehen gewinnen kann.

1 Technologische Kompetenzen. Neben dem aktuell Halten des Grundwissens von anwendungsorientierten Medien geht es auch um die Fähigkeit zur Datenanalyse. Daten sind das Wissen von morgen, uns wird hier eine Fülle zur Verfügung stehen. Und diese sollte man lesen können. Eine digitale Affinität oder zumindest digitale Bereitschaft wird Voraussetzung in der Arbeitswelt sein.

2 Fokussierungskompetenz. Der Umgang mit Komplexität (Stichwort VUCA-Welt) ist Alltag. Dazu ist es notwendig, relevante von weniger relevanten Informationen unterscheiden zu können, um dadurch fokussiert priorisieren, arbeiten und fokussiert Entscheidungen treffen zu können.

3 Unsicherheitsfähigkeit. Unklare, unvorhersehbaren und unkontrollierbaren Situationen und der Umgang mit ständigen Veränderungen sorgen für Unsicherheit. Der Mitarbeiter der Zukunft kann mit dieser Unsicherheit umgehen, bleibt handlungsfähig und ist offen für Neues, auch immer wieder für neue Arbeitsmethoden.

4 Kommunikation & Kollaboration in virtueller Umgebung. Dieser Punkt hat für mich drei Facetten. 1. Menschen erreichen können: digital, emotional, verbal, vermehrt schriftlich und auch kurze Videoeinheiten. Hervorstechen aus der Masse der Informationen und Sender, die verfügbar sind. 2. Agil und kundenorientiert. Agile Formen der Zusammenarbeit und die konsequente Berücksichtigung und Einbindung der Kunden zeichnen den Mitarbeiter der Zukunft aus. 3. Emotionale, digitale Intelligenz. Welchen digitalen ethischen Prinzipien folge ich? Wie verhalte ich mich sozial angemessen im Netz (digitaler Knigge)?

„Schriftsteller + Visualisierungs-Künstler + Entertainment-Qualitäten sind in der Kommunikation zukünftig wichtig.“ Elisa Härtel, Diplom-Ingenieurin Architektur

Diese kommunikativen Kompetenzen werden ein elementarer Faktor in der digitalen Kollaboration sein. Wer erregt mit welchen Inhalten meine Aufmerksamkeit als Kollege oder Führungskraft? Es wird – wie bisher – weiterhin häufig um den Umgang mit begrenzten Ressourcen gehen. Wem höre ich zu? Wem kann ich gut zuhören? Wer macht es mir leicht? Mit wem möchte ich zusammen arbeiten, wenn ich mich bei konkurrierenden Inhalten entscheiden muss?

5 Selbstorganisationsfähigkeit. Die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Arbeits- und Freizeitformen umgehen zu können. Aktuell mit dem Thema Homeoffice, aber es werden noch weitere Formen des flexiblen Arbeitens dazukommen.

Zur Selbstorganisation bringt Monika Härtel in unserer Diskussion noch einen weiteren Aspekt mit ein:

„Es bedarf einer neuen Grundhaltung gegenüber der Arbeit: Statt abwarten, dass mir jemand sagt, was ich zu tun habe, braucht es viel mehr Mitarbeiter, die proaktiv Handeln und Eigeninitiative zeigen. Nicht als herausragende Besonderheit, sondern als Standardfähigkeit.“ Monika Härtel, Supervisorin

 

Hier ein paar anregende Fragen für Euch zur Reflexion:

  • HUMAN RESSOURCE: Wie sehen unsere Anforderungsprofile aktuell aus? Sind sie genügend zukunftsorientiert formuliert? Welche Rolle spielen Zukunftsfähigkeiten in unserer Personalauswahl?
  • FÜHRUNGSKRÄFTE: Welche Vorbildfunktion nehme ich hier ein, um meinem Team zu diesem Thema Orientierung zu geben? Wie gut bin ich als „Schriftsteller, Visualisierungskünstler und Entertainer“?
  • MITARBEITER: In welche Fähigkeiten sollte ich als Mitarbeiter investieren, um mich auf die Zukunft optimal vorzubereiten? Welche davon sind bei mir ausbaufähig?
  • SCHULE | BILDUNG: Wie bereitet Schule die Kids auf die Zukunft vor? Warum gibt es das Fach Geschichte, aber nicht das Fach Zukunft? Hier könnten diese Themen Raum finden!

Ein Beitrag von Simone Kortlüke, Teil der